Podiumsdiskussion zum Buch des Europäischen Netzwerks gegen Rassismus (ENAR) “Invisible Visible Minority: Launch of ENAR book on people of African descent”

Jamie Schearer

ENARSchwarze Menschen sind in Deutschland keine offiziell anerkannte Minderheitengruppe. Die UN hingegen sagt, dass Schwarze Menschen einer jener Gruppen ist, die besonders von Rassismus betroffen sind und somit besonderen Schutz brauchen. Somit wäre die gesetzliche Anerkennung als nationale Minderheit durchaus wichtig, um auch politisch Instrumente zu implementieren, die der Gruppe mehr Schutz garantieren. Die UN Arbeitsgruppe “Committee on the Elimination of Racial Discrimination” (CERD) hat sogar ein Empfehlungskatalog nur für Menschen Afrikanischer Herkunft herausgegeben. In den meisten anderen europäischen Ländern ist die Lage Schwarzer Menschen ähnlich.

Es mangelt an ihrer Anerkennung durch den Staat. Das strukturelle Mitdenken von uns als von Rassismus betroffene Menschen findet meist nicht statt. Somit ergeben Schutzlücken. ENAR macht seit einiger Zeit unter anderem bereits Lobbyarbeit für die Menschenrechte Menschen afrikanischer Herkunft. Einer der Agendapunkte, die sich ENAR im Rahmen ihrer Strategie gegen Anti-Schwarzen Rassismus gesetzt hatte, war dabei die Veröffentlichung eines Buches, das Schwarze Perspektiven und Realitäten in Europa abbildet. Seit 2011 war das Buch in Planung. Ende Januar ist es erschienen, wofür ENAR in Brüssel eine Buchpräsentation organisiert hat (siehe Bild).

Die Buchpräsentation fiel außerdem mit dem Beginn der Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft zusammen. Von 2015 bis 2024 hat die UN die Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung ausgerufen. Umso mehr ein Anlass Sichtbarkeit für Schwarze Menschen in Europa zu schaffen. Das Buch enthält Beiträge von verschiedenen Aktivist*innen und politische Akteur*innen, die sich mit der Thematik in Europa auseinandersetzen. Auch ich habe zusammen mit meiner ISD Vorstandskollegin Hadija Haruna einen Beitrag verfasst. Der Beitrag ist eine Wiederauflage einer Einleitung, die wir für das englischsprachige Theaterstück “Also by Mail” von Olumide Popoola geschrieben haben.

Für die Podiumsdiskussion während der Präsentation wurden Malin Björk, Mitglied des Europäischen Parlaments (GUE/NGL), Jallow Momodou, stellvertretender Vorsitzender von ENAR (Sweden), Jamie Schearer, ENAR Vorstandsfrau (Germany), David Friggieri, von der Europäischen Kommission and John Kellock, Europäischen Grundrechte Agentur eingeladen.

Hier geht es zum Empfehlungskatalog von CERD

Mehr Informationen zur Buchpräsentation

Das Buch als pdf

Zur UN Dekade

Das Buch “Also by Mail” finden Sie hier

Januar 23, 2015

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